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>> Retten, was noch zu retten ist _______

13/11/2011

Liedlerhof in Götzens (Tirol) während bzw. vor dem Abbruch, 2006

>> WEITERBAUEN AM LAND | Wanderausstellung
Verlust und Erhalt der bäuerlichen Kulturlandschaft in den Alpen

„Eine EU-Kuh passt nicht in einen gotischen Stall.“ Mit diesem Bild bringt Architekt Walter Hauser vom Tiroler Denkmalamt die Problematik auf den Punkt. Auf seine Initiative hin ist die Ausstellung „Weiterbauen am Land“ zustande gekommen – er will retten, solange es noch etwas zu retten gibt, sprich: in Tirol stehen noch 4.100 Bauernhäuser, knapp die Hälfte sei von kulturellem Wert, nur knapp 390 davon stehen derzeit unter Denkmalschutz. Das Abreißen und Neubauen von Bauernhäusern betrachten immer noch viele Hofbesitzer als einzige Lösung.

>> Audio zu „Weiterbauen am Land“ | Ö1 Kulturjournal

In der Ausstellung „Weiterbauen am Land“, die derzeit in der Freien Universität Bozen zu sehen ist, sollen Alternativen aufgezeigt werden: Die Präsentation von 70 Musterhöfen aus dem alpinen Raum zeigt, wie groß das Spektrum der Möglichkeiten ist: vom sanft sanierten Bauernhaus bis zum entkernten Luxus-Stall.

>> Der nicht mehr gebrauchte Stall | derzeit ausgestellt in KunstMeran

Die Ausstellung und Publikation “Weiterbauen am Land” dokumentiert die Vielfalt und auch den Zwiespalt von Restauration, Umbau oder Neubau im ländlichen Raum. Der Erhalt gewachsener Strukturen und der historischen Bausubstanz bei gleichzeitiger Modernisierung und Entwicklung wird als Herausforderung und als gemeinsame Aufgabe begriffen. Weiter bauen am Land ist eine Recherche über den Umgang mit dem bäuerlichen kulturellen Erbe im ländlichen Raum der Alpen in Tirol und Vorarlberg, Südtirol, Oberbayern und Graubünden.

>> Alpine Siedlungsmodelle | ARGE ALP

[Unten] Der Eberlehof, Kurtasch, Südtirol. Der im Kern mittelalterliche Weinhof zeigt die vielschichtige Entwicklung eines Hofes über die Jahrhunderte. Beginnend aus drei Einzelbauten ist der Hof über 600 Jahre weitergebaut worden zum allmählich heutigen Prachtbau zusammengewachsen:

Nicht nur die Stararchitekten für alpines Bauen wie Peter Zumthor oder Gion Caminada sollen im Vordergrund stehen, sondern auch das ganz alltägliche Weiterleben der alten Gemäuer. Ein großes Thema sind dabei die Materialien: früher reduzierte man sich auf die wenigen verfügbaren – Holz, Stein, wenig Glas -, die heute angebotene Fülle treibt fröhliche Urstände in der Kombination.

Adolf Loos schrieb 1913 in den Regeln für den, der in den Bergen baut, seine heute immer noch gültige, nachvollziebare Ansichten: „Wenn du es nicht besser weißt, mach es wie die Alten!“

„Baue nicht malerisch. Überlasse solche Wirkung den Mauern, den Bergen und der Sonne. Der Mensch, der sich malerisch kleidet, ist nicht malerisch, sondern ein Hanswurst. Der Bauer kleidet sich nicht malerisch. Aber er ist es.“ (Adolf Loos – 1913)

Statistik zum Bestand der 2008 erhobenen Bauernhöfe (Wohn- und Wirtschaftsgebäude) in
Gröden, Südtirol:

GRAU: Ruinen | Grauer Rand: nicht zuordenbare Gebäude
BLAU: Neubau in veränderter Lage | Blauer Rand : Neubau in veränderter Lage und neuer Nutzung
GRÜN: Abbruch und Wiederaufbau in gleicher Lage und Nutzung
GELB: historischer Bestand, großteils umgebaut
ROT: historischer Bestand, nahezu unverändert erhalten

>> Archiv für Baukunst

Ausstellung zu sehen in der Freien Universität Bozen, bis 28. November, wer es nicht zur Ausstellung schaffen sollte, hier die „online Galerie“

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