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>> Bozen ist am Zug | ARBO Wettbewerb __

25/02/2011

ARBO | Ergebnisse zum Städebaulichen Ideenwettbewerb

Bahnhofsareal Bozen

Mit Spannung haben wir darauf gewartet und heute war es endlich soweit: die Gewinner des Ideenwettbewerbs zur Bebauung des Bahnhofareals in Bozen wurden bekanntgegeben. Nachdem die Politiker viel geredet und wenig gesagt haben – kurz Zusammenfassend, LH Durnwalder: „wer soll das bezahlen?!“,  bzw. Bürgermeister Spagnolli: „nun ist Bozen am Zug“ [man beachte das Wortspiel],  sich weiters die Koordinatoren gegenseitig für die gut koordinierte Koordination gelobt haben und Signore de Vito der FS ( *dem Unternehmen welches für seine latente Unpünklichkeit und den veralteten und verschmutzten Zuggarnituren bekannt ist, welches auch nicht ungern mit diversen Streiks für Überraschungen sorgt – dafür aber aus Wettbewerbsgründen der Konkurenz (DB, ÖBB) das Halten am hier zum Thema stehenden Bahnhof verbieten will), sprach über die Ambivalenz des „to be born on the wrong side of the Tracks“ – um endlich Herrn Architekt Ingenhoven das Wort zu geben. Mit tatsächlich wenigen Worten, Erfrischend kurz und prägnant wurde seinerseits schließlich in bester Pecha Kucha Manier die eine Frage bei allen neun Projekten mit jeweils zwei Bildern gestellt bzw. beantwortet: „where is the right site for the tracks?“

Alle neun Projekte sind zur Zeit in der Uni Bozen ausgestellt.

„who’s on the right side of the tracks?“ Verlierer gabs zum Glück keine, denn der olympische Gedanke vom Mitmachen ist alles wurde mit einem Preisgeld von mindestens 30.000€ versüßt – 3.Platz 50.000€, 2. Platz 75.000€, Gewinner 100.000€. Warum Dominique Perrault trotz Nominierun dennoch darauf verzichtete ein Projekt abzugegeben blieb im Verborgenen.

… and the Winner is:

1° – Boris Podrecca mit Theo Hotz Arch. & Planer | Punkte 90,07
2° – Giulio Marchi mit Herzog & Partner | Punkte 86,00
3° – Stefano Boeri mit Battle i Roig | Punkte 77,14

Auf dem ersten Blick besticht Podreccas Projekt mit seiner Maßstäblichkeit und morphologischen Integration. Podreccas Blockrandbebauungen nehmen konsequent und unkapriziös die bestehenden Achsen und Strassenfluchten auf und lassen so das Neue aus dem Alten wachsen. Andere Projekte waren mutiger, manches formaler, konzetioneller, optimistischer, aufregender oder naiver – keines sensibler und logischer. Das Urteil der Juri zum Siegerprojekt: „Das Projekt schlägt eine Verlegung der Bahntrasse innerhalb des Planungsgebietes in Richtung Süden vor. Dadurch entstehen nördlich der neuen Bahntrasse einzelne Baufelder mit direktem Anschluss an die bestehende Altstadt. Diese Baufelder werden mit blockartigen, dem Kontext der Altstadt entsprechenden Blockrandbebauungen besetzt, sodass ein kontinuierliches Wachstum der Altstadt vorstellbar wird.


Das im Süden gelegene, neu entstandene Baufeld wird mit einer Multifunktionszone überbaut, die unterschiedliche Nutzungsbereiche vorsieht. Dieses südliche Baufeld ist von einer nord-süd-gerichteten Zeilenstruktur geprägt, die die Logik der ansonsten vorgesehenen Strukturen vermissen lässt.

Der frei werdende Raum zwischen dem alten Bahnhofsgebäude und der neuen Bahntrasse wird als städtischer Platz betrachtet, der im Nordosten durch ein öffentliches Gebäude begrenzt wird und großzügige Abgänge in ein flächig organisiertes Untergeschoß vorsieht, von dem aus die darüber liegenden Bahngeleise erschlossen werden und gleichzeitig eine rampenartige Anbindung an das südliche Baufeld schafft.
Formal wird diese Unterführung durch ein die neuen Bahntrassen überquerendes Dachtragwerk unterstützt, das zudem die beiden großzügigen Abgänge überdacht.

Insgesamt vermittelt das Projekt in seiner räumlichen Disposition mit Ausnahme des südlichen Baufeldes eine schlüssige, den Raumgewinn städtebaulich kontextuell nutzende Gesamtstrategie. Das historische Bahnhofsgebäude behält als Teil des neuen Bahnhofs seine funktionale und städtebauliche Bedeutung bei und wird mit seinen zugeordneten ober- und unterirdischen Flächen zu einem dichten Punkt kommerzieller Nutzung.“

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2 Kommentare leave one →
  1. Anne-Rose Conzelmann permalink
    29/03/2011 22:09

    Sehr geehrter Herr Landeshauptmann Durnwalder,
    sehr geehrter Herr Bürgermeister Spagnolli,
    liebe Südtiroler Bürger,

    machen Sie nicht dieselben Fehler wie die Stuttgarter mit ihrem Bahnhof:
    kommunizieren Sie mit den mündigen Bürgern, informieren Sie immer und immer wieder, damit auch der letzte „Wutbürger“ über das Projekt Bescheid weiß.

    Ich selbst habe in der 5. Klasse FOS im Meran 1995 an einem Projekt – Pro Vinschger Bahn – mitgewirkt und mit der Gruppe aus meiner Klasse mit Prof. Eduard Habicher den 2. Preis gewonnen! Damals wurde auch über die zu hohen Kosten debattiert. Ich freue mich, dass die Vinschger Bahn seit einigen Jahren wieder fährt.
    Ich hoffe auch, dass der Bahnhof in meiner neuen Heimat Stuttgart unter der Führung des 1. grünen Ministerpräsident Winfried Kretschmann, zur Zufriedenheit aller Bürger weiter gebaut werden kann.
    Ich wünsche den Südtirolern einen neuen Bozner Bahnhof auf den sie stolz sind!
    Kompliment an die Architekten für Ihre Vorschläge!

    Anne-Rose Conzelmann

    arc creation
    Anne-Rose Conzelmann
    Dipl. Ing. (FH) Bekleidungstechnik
    Lilienweg 10
    71384 Weinstadt

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