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>> Feuerwehr im Fels ________________

07/10/2010

Kavernengerätehaus Feuerwehr  Margreid | Bergmeisterwolf Architekten

Spätestens seit Grisú, dem kleinem Drachen, der mit seinem feuerspeienden Vater in einer Höhle hauste, hat wohl jeder kleine Junge einmal davon geräumt… „Ich will Feuerwehrmann werden!“ Grisú hat mit diesem Satz seinen Vater Fumé zur Verzweiflung gebracht.  In Margreit, einer kleinen Gemeinde im Südtiroler Unterland wird der Traum nun endlich Wirklichkeit: Die örtlichen Feuerwehrmänner bekommen ihre eigene, richtige Höhle – ein Kavernengerätehaus fürs schwere Gerät – aber selbstverständlich auch mit angeschlossenen eigenem Schulungsraum – für alle zukünftigen Grisu’s.

Das architektonische Konzept von Bergmeisterwolf Architekten für das neue Gerätehaus der Feuerwehr Margreid  sieht eine im Abstand von einem Meter vorgelagerte, schwarz eingefärbte und geknickte Betonwand im Neigungswinkel des dahinter stehenden Felsens vor. Drei Kavernenstollen docken unmittelbar hinter der Stahlbetonwand an. Aus der Wand dringen drei Körper. Zwei Garagen durchbrechen diese mit einer Art Portal, welche mit Stahl verkleidet und schwarz lackiert sind. Geschlossen werden die Garagen der Feuerwehrautos mit Schiebefalttoren aus Glas. Die Transparenz der Tore bringt das Rot der Fahrzeuge nach außen.

Das gesamte Gebäude wurde großteils im Inneren des anstehenden Berges realisiert. Es wurden 3 parallele Stollen errichtet, die untereinander jeweils durch einen kleineren Querstollen verbunden sind. Im südlichen Hauptstollen befindet sich der Bürotrakt, im mittleren und im nördlichen Hauptstollen die Stellplätze der Fahrzeuge, der Geräteraum, verschiedene Lager und die interne Werkstatt.

Die Errichtung aller Stollen erfolgte auf bergmännische Art und Weise, der Vortrieb erfolgte mittels Sprengungen. Die Absicherung der so errichteten Kavernen erfolgte durch permanente Anker und Spritzbetonschalen gemäß der  NATM (Neue Österreichische Tunnelbauweise). Es wurde bewusst auf die Errichtung einer tragenden Innenschale verzichtet, um die Struktur und die Felsoberfläche im Inneren der Kaverne zu erhalten.

Die geneigte Wandscheibe dient der Absturzsicherung und ist zugleich das bestimmende architektonische Element des Gerätehauses. Es gelingt eine sensible Korrespondenz zwischen Topographie und Nutzungsanforderung. Die Materialwahl fiel auf Stahlbeton: stark, mächtig und beständig. Textur und Farbton der geneigten Betonscheibe erinnern an verbranntes Holz. Erreicht wurde der Effekt durch eine spezielle Behandlung der Betonoberfläche mit Buchenkohlestaub.



3 Kommentare leave one →
  1. 07/10/2010 09:52

    da will man ja auch als frau feuerwehrmann werden…

  2. 07/10/2010 12:34

    da könnte sich so manches Obstmagazin ein Beispiel daran nehmen…

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