Skip to content

>> The Function of Ornament _________

29/05/2010

Digital. Material. Structural: Ornament Today

31.05 bis 01.06. Universität Bozen

 

Bunt, verspielt und aufreizend sinnlich kehrt heute in Design, Kunst und Architektur zurück, was die Moderne zu Beginn des Maschinenzeitalters noch abzuschaffen versuchte: das Ornament.

Die Konferenz Digital. Material. Structural: Ornament Today an der Fakultät für Design und Künste Bozen lädt vom 31.05 bis 01.06. internationale Designer, Architekten und Künstler sowie Theoretiker, Kulturwissenschaftler und Philosophen ein, um aus der Perspektive der Praxis, der Theorie, der Ästhetik und der Medienpsychologie die Frage nach dem neuen Ornament im digitalen Zeitalter zu stellen.

Wenn man die Struktur eines Kohlkopfs oder die Anordnung der Körner einer Sonnenblume betrachtet, fragt man sich oft, welche Rolle der Zufall im Schaffen der Natur spielt, und wie weit die Entstehung einem genau gestimmten Prozess folgt.

>> Buchtipp | The function of ornament und The function of form von Farshid Moussavi [FOA]

>> Poscast | Form and Ornament | Farshid Moussavi @ GSAPP | Columbia University NYC

Die Frage, wie viel Mathematik in unserer Umwelt tatsächlich vorhanden ist, haben schon zahlreiche Wissenschafter, Künstler und Mathematiker zu beantworten versucht. Von Paciolis goldenem Schnitt bis hin zu Mandelbrots Fraktalen wurde wieder und wieder bewiesen, dass die Welt, die uns umgibt, häufig in einer Gleichung wiedergegeben werden kann.

Die komplizierte Geometrie, facettenreiche Formensprache und elaborierte Oberflächenartikulation zeitgenössischer Architektur sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass der derzeitige Einsatz des Rechners in Architektur und Design in den meisten Fällen zunächst noch keine entwurfsmethodische Neuerung darstellt.

Ähnlich wie eine Vielzahl anderer, wegweisender technologischer Veränderungen in der Baugeschichte erst mit erheblicher Verzögerung Auswirkungen auf den maßgeblichen Prozess des Entwerfens hatten, kommt auch der Computer in der derzeitigen architektonischen Praxis zumeist lediglich als effizientes und vielseitiges Hilfsmittel in methodisch herkömmlichen Entwurfsverfahren zur Anwendung. Erst der Übergang vom zurzeit vorherrschenden Computer Aided Design zum Computational Design stellt einen signifikanten Wandel im Umgang mit dem tatsächlichen Potential des Rechners und den damit einhergehenden entwurfsmethodischen Auswirkungen dar.

Im Computational Design wird Form nicht durch eine Reihe von Zeichen- oder Modellierschritten bestimmt, sondern anhand definierter, regelbasierter Prozeduren und parametrisch beschriebener Verknüpfungen generiert. Im Gegensatz zum Computer Aided Design macht Computational Design die Beziehung zwischen Form, Information und Formwerdung explizit.

Die damit verbundene Offenlegung der Wechselbeziehungen aus algorithmischer Er- und Verarbeitung von Information ermöglicht es dem Entwerfenden, den Formgenerierungsprozess durch die spezifischen Eigenheiten und Einschränkungen der Materialisierung zu informieren. Computational Design ermöglicht also ein Verständnis von Form, Material, Struktur, Herstellung und Fertigung als systemische Wechselbeziehungen, in deren Möglichkeitsspielraum sich der Entwurf entfalten kann. Diese wechselseitige Rückkopplung aus virtuellem Rechnermodell und materieller Konstruktion im computerbasierten Entwurfsprozess erlaubt eine neue Art der Synthese von Form- und Materialwerdung.

Entscheidend ist dabei, dass ein Attribut des zeitgenössischen, sich verstärkenden, überbordenden Gestaltens bei gleichzeitigem Verharren in herkömmlichen Entwurfsmethoden eine aufgesetzte Kompliziertheit der Geometrie und Konstruktion von Architektur zur Folge hat, wie wir sie heute in vielen Projekten beobachten können. Das Ergebnis eines Entwurfsansatzes, der dem tatsächlichen Potential des Rechners entspricht, ist daher eine aus den Wechselbeziehungen von Material, Form und Struktur sich ergebende morphologische Ausdifferenzierung und Performativität – eine unkomplizierte Komplexität.

Das Neue am neuen Ornament wird heute geläufigerweise an der Identifikation des Ornament mit seinen Herstellungs- und Generierungsprozessen festgemacht. Dabei stellt sich die Frage, wie weit diese Identifikation in der theoretischen Konzeption des Ornamentes belastet werden kann. Wie lässt sich die Ornament-Frage sinnvoll im Spannungsfeld von idealistischen und praktischen Ansätzen in der Ästhetik positionieren?

>> Digital. Material. Structural: Ornament Today  | Programm

Referenten sind Frank Barkow, Barbara Baumann und Gerd Baumann, Gerhard Glüher, Jan Bovelet, Mario Carpo, Emanuela De Cecco, Elisabetta Di Stefano, Benjamin Dillenburger, Michael Dürfeld, Christian Kathriner, Achim Menges, Matteo Moretti, Eric Nuijten, Sebastian Oschatz, Ingeborg Rocker, Luigi Russo, Renato Troncon

Anm.: Im Artikel wurden Textstellen aus den Abstracts zur Veranstaltung übernommen –  Autoren: Jan Bovelet, Mario Carpo, Elisabetta Di Stefano, Michael Dürfeld, Achim Menges.

Advertisements
No comments yet

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: