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>> Struktur-Recycling _______________

01/02/2010


Ansicht der beiden neu gestalteten Tunnelportale | Piedicastello, Trient

Storicamente ABC | Ausstellung

Le Gallerie di Piedicastello | Trient

Lernen von New York: In ihrer Presseaussendung verweisen die Macher des Projektes „Le Gallerie di Piedicastello“ in Trient auf das High Line Projekt, ein auf Stelzen gestellter Stadtpark in Manhattan. [die Werkbank berichtete bereits] Doch was haben zwei dunkle, verlassene Straßentunnels am Stadtrand einer Provinzstadt mit einer grünen Erholungsoase – einem Sonnendeck im Herzen einer Millionenstadt gemein?

Beide Projekte entstanden aus infrastrukturellen Überbleibseln  einer sich veränderten Welt. Waren noch bis vor einigen Jahren große Entwicklungspläne die Herausforderung der Stunde – so sind Heute von den Kreativen vermehrt visionäre Rückbau- bzw. Umnutzungskonzepte für urbane  Relikte gefordert.

Zwischen Industriebrachen, wirtschaftlicher Stagnation, schrumpfenden Städten und alternativen Mobilitätskonzepten, öffnen sich nun neue Chancen – und neue Räume: In Trient wurde so kurzerhand ein Museum auf die Straße bzw. in den Tunnel gestellt.

Ansicht der beiden Nordportale

Doch kurz zurück zu NY. Die High Line ist eine seit 1980 nicht mehr verkehrlich genutzte, 2,3 km lange und 20m breite Hochbahntrasse im Westen in New Yorks Stadtteil Manhattan. 1999 wurde von zwei Anwohnern die Initiative Friends of the High Line gegründet, deren originäres Ziel die Erhaltung der High Line war. Nachdem der Abriss der dahinrostenden, pflanzenüberwucherten Stahlkonstruktion abgewendet werden konnte, wurde (nach einem internationalem Ideenwettbewerb)  von der Initiative als Nachnutzungskonzept die Anlage eines Parks, die Transformation in eine öffentliche Fußgängerpromenade direkt auf den ehemaligen Gleisanlagen vorgeschlagen.

The High Line Park | Herbst 2009

Im Juni 2009 wurde Phase 1 des Parks der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, Phase 2 ist bereits im Bau und sollte laut Curbed noch heuer abgeschlossen werden.  Als Umnutzung einer ehemaligen Zugverkehrslinie vermittelt dieses Projekt nicht nur den Bedeutungsgewinn neuer Grün- und Erholungsräume für die Stadt, sondern zeigt auch wie nachhaltig sich gemeinschaftlich organisiertes Engagement und das mehrjährige Bemühen um die Erhaltung und Nutzbarmachung eines Areals auswirken können.

>> Robert Hammond, Co-Founder von „Friends of the High Line“ spricht über „sein“ 180 Mio Dollar Projekt, wie alles begann und wohin es noch führen wird, über die Macht der Bilder und wie man Anrainer, Investoren und Politiker auf seine Seite bekommt:

Der Park folgt natürlich auch einem Businessplan. Vier Milliarden Dollar werden in den nächsten Jahren an der Hochbahn entlang investiert, neben einem neuen Gebäude des Whitney-Museums entstehen auch Wohn- und Bürotürme, die unter anderem von Frank Gehry, Jean Nouvel, Annabelle Selldorf, Renzo Piano, Shigeru Ban, Neil Denari, … geplant werden.

In Trient wurde das Konzept einer alternativen Nachnutzung aufgegriffen und auf die zwei überflüssig gewordenen Tunnels angewandt.

Schwarz und Weiß. Die beiden verlassenen Tunnel, einer davon Schwarz, der andere Weiß, bohren sich auf einer Länge von 300m in Nord-Süd Richtung parallel zur Etsch durch den Fels. Vom Studio Terragni Architetti zu einem Museum mit zeitgeschichtlichem Inhalt umfunktioniert wurden die beiden Röhren 2008 wiedereröffnet. Die erste Ausstellung war als eine Art Prototyp-Ausstellung angelegt und auf Grund des großen Zuspruchs wurde das Konzept weiterverfolgt. Zur Zeit findet bereits die zweite Ausstellung statt:

„Storicamente ABC“

Das Ausstellungs-Team bestehend aus interdisziplinär arbeitenden Arbeitsgruppen erarbeitete zusammen mit Jeffrey T. Schnapp vom Humanities Lab der Stanford University in Palo Alto, Kalifornien einen spannenden, thematisch und funktional auf die zwei Röhren aufgeteilten Ausstellungparkour.

Für das gesamte grafische Konzept und dessen Umsetzung zeigt sich die Gruppe Gut aus Bozen verantwortlich.

Wärend die schwarze Tunnelröhre im Stile Munaris ein Alphabet an Informationen liefert, steht die Weiße Röhre didaktischen Zwecken zur verfügung und bietet dafür diverse modulare Räumlichkeiten.

>> Diashow zur Ausstellung | Storicamente ABC

Im Freien vor den Tunnelportalen werden die Besucher durch  „Lehrgärten“ geleitet, die am südlichem Nordeingang als Spin-off Landmarks von Anna Foppiano gestaltet wurden.

Italian Oxigene 2 | Abitare Artikel

One Comment leave one →
  1. 02/03/2010 16:26

    http://trentinocorrierealpi.gelocal.it/multimedia/home/23327236?ref=rephpsp6

    Dal traffico all’arte: il progetto delle Gallerie di Trento arriva a New York

    Due gallerie autostradali dismesse e trasformate in gallerie d’arte. E‘ il progetto realizzato a Trento, nella zona di Piedicastello, che dopo aver conquistato gli appassionati di architettura italiani – ha vinto un sondaggio della rivista Abitare – approda oltreoceano. A occuparsene è la Columbia University, che alle gallerie di Piedicastello dedica un seminario in questi giorni. Giuseppe Ferrandi e Patrizia Marchesoni, direttore e vicedirettrice della Fondazione Museo Storico del Trentino, insieme a Luca Dal Bosco di FilmWork, spiegheranno, nella sale dell’Italian Academy della Columbia University, il senso del progetto che affascina la Grande Mela, dove gli esempi di riutilizzo creativo non mancano, a cominciare dalla Highline, la linea ferroviaria in disuso trasformata in parco urbano.

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