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>> Drive-In Instant Living ____________

09/12/2009
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Design Harry Thaler | Bild by Fotografie Lafogler

Living Kampill | Instant-Wohnen am Parkdeck

Das künftige Boardinghaus am Autoparkdeck des Gewerbekomplexes „Kampill“ wird aus 18 vorgefertigten Wohneinheiten bestehen. Boardinghäuser befinden sich meist in städtischer Umgebung, so, mit Einschränkungen, auch das „Living Kampill“. Verkehrstechnisch sehr günstig an Durchzugsstraßen mit Autobahnanbindung gelegen ist das Stadtzentrum von Bozen zwar optisch nahe, jedoch kaum zu Fuß erreichbar: Das Objekt wurde darum kurzerhand als Drive-In auf ein Parkdeck gestellt, zur Aufwertung der Location soll  später ein Out-Door Pool  beitragen. Die Einheiten sollen unter anderem von Geschäftsreisenden und Gastprofessoren genutzt werden – Zielgruppe sind die modernen Nomaden und Personen die eine Trennung von ihrem Lebenspartner vollziehen. In üblichen Boardinghäusern werden im Rahmen eines hotelähnlichen Service Zusatzdienstleistungen wie Verpflegung und Roomservice angeboten. Hinsichtlich ihrer Ausstattung und Leistungen unterscheidet sich das „Living Kampill“ von anderen Boardinghäusern allerdings erheblich. Die Ausstattung der Räume soll zwar mehr oder weniger umfangreich ausgestattete Küchen umfassen, die Wohneinheiten sind allerdings eher als introvertierte Wohlfühl- und Rückzugsoasen konzipiert. Als Vorbild wird die Tiroler Stube herangezogen und modern interpretiert. Wärend sich das Studio SOarchitects für die baulich-architektonische Umsetzung der modularen Holzboxen verantwortlich zeigt, setzt der Designer Harry Thaler mit seinen Möbelentwürfen wohnliche Akzente: immer mit Bedacht auf Ursprünglichkeit, Gemütlichkeit und Geborgenheit, so der Ideator Baumgartner.

Apropos Drive-In wohnen:

CarLoft | Paul Lincke Höfe | Berlin

In Berlin wurde vor einigen Jahren das Konzept „CarLoft“ entwickelt: Luxuriöse Stadtwohnungen mit privatem Parkplatz auf dem Balkon – ein überdimensionierter Aufzug machts möglich. Wärend hier das Automobil vor unliebsamen Streicheleinheiten der Unterschicht geschützt wird, das Apartmenthaus steht im Stadtteil Kreuzberg, hat Anna Selldorfs Projekt 200 eleventh [Chelsea | NYC] mit seinen En-Suite Sky Garagen in erster Linie den Schutz der Privacy im Sinn: Paparazzi-Proof wohnen.

200 eleventh | Anna Selldorf Architects | NYC

Hand aufs Herz, das Verhältnis Mensch – Auto hat in letzter Zeit bigotte Züge erreicht. CO2 Emissionen hin, Verschrottungsprämie her: das Automobil ist nicht eine „heimliche Geliebte“ sondern vielmehr die bessere Hälfte eines jeden suburbanen Provinzbewohners. Trotzdem fristen die meisten auch noch so scharfen Feger, gleich nach Gebrauch, wie verschmät ein Schattendasein in dunklen Tiefgaragen.

>> Parking Structures | Lines | Video by L Studio

Zeit für ein Come-out, Herzog de Meuron machens vor. Mit 1111 Lincoln Road wird dem Automobil nach Langem wieder der Platz in der Gesellschaft zurückgegeben den es sich verdient. Ein Haus für Arbeit, Freizeit, Wohnen und Parken – Reihenfolge beliebig.

1111 Lincoln Road | Miami Beach | H&deM

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