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>> carried to excess _________________

27/10/2009

BONVICINI MONICA MUSEION

Monica Bonvicini | Einzelausstellung | Museion

bis 10.01.10 im Museum für moderne und zeitgenössische Kunst | Bozen

„Architecture is the ultimate erotic act – carry it to excess“ ein Zitat von Bernard Tschumi, von der Künstlerin Monica Bonvicini an die Wand gekritzelt, der Betrachter bleibt ausgesperrt hinter Absperrzaun aus Metallketten:

„Ich habe mich nie mit einem einzelnen Gebäude befasst. Ich will auch nicht einen bestimmten Architekten kritisieren. Mich interessiert die Architektur tout court. Man kann, wenn man will, Menschen vermeiden. Man kann aber Architektur nie aus dem Weg gehen. Es gibt keine Erinnerung und keine Identität ohne Architektur: Architektur ist derart  unersetzbar und elementar, dass sie gleichzeitig virtuose Formen jedweden Typs ausbilden kann.“ Bonvicini interessiert nicht die kreative Geste der Architektur sondern dekonstruiert das Bau-Werk in Prozess und Material.

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Monica Bonvicini (*1965 in Venedig, lebt in Berlin) gehört zu den bedeutendsten Vertretern, nicht nur der italienischen sondern auch der internationalen Gegenwartskunst. Ihr Interesse gilt den funktionalen Bestimmungen sozialer Räume, den jeweils spezifischen psychologischen, gesellschaftlichen wie geschlechtsspezifischen Konventionen welches sich in ganz verschiedenen Medien wie Fotografie, Video, Skulptur und Installation manifestiert. Immer jedoch stellt sich im Werk die Frage nach den Herrschaft- und nicht zuletzt den Geschlechtssverhältnissen, die sich in Architektur, Verhalten und Handeln spiegelt. Bonvicinis kompromisslose und aggressive künstlerische Haltung zeigt dabei bisweilen auch handfeste Folgen.

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"Architecture is the ultimate erotic act - carry it to excess"

Orte und Objekte können nicht einfach als neutrale Werte verstanden werden , sondern als gesellschaftliche Konstruktionen, an denen sich Machtkonstellationen manifestieren. Auch die Begeisterung für geradezu libidinös besetzte Oberflächen und Materialen spiegelt sich in Bonvicinis künstlerischen Produktion.
Die metaphorische Setzung von Sprache in Beziehung zu räumlichen Konstruktionen und zur Erfahrung von Grenzen und Hermetik, aber auch deren Brechung wird von Monica Bonvicini vielfältig aufgegriffen und installativ übersetzt. So grenzt die Künstlerin mit ihren Installationen den Blick der BesucherInnen ein und lenkt ihn gleichzeitig aufgrund weniger durchlässiger Stellen durch die Architektur.

>> Artforum |Interview mit Monica Bonvicini

>> Art in America | M Bonvicini / Tom Burr | Kunstmuseum Basel bis 03.01.10

monica bonvicini

Kunstbuch | Monica Bonvicini | 2009

„Wohl keine andere Künstlerin bringt derart drastisch Feminismus und Architekturkritik zusammen wie Monica Bonvicini. Die Künstlerin setzt sich in ihrer Arbeit mit der von Männern dominierten Architektur-Welt auseinander und spielt mit Phänomenen wie Macht, Verführung, Sexualität und Fetischismus. Mit ihrem Video ›Wallfucking‹ (1995) – eine nackte Frau reibt ihr Geschlecht an einem Wandvorsprung – wurde sie international bekannt. Inzwischen sind raumgreifende Installationen aus Ketten, Stahl und Leder zu einer Art Markenzeichen von Monica Bonvicini geworden.“ Klappentext zum Katalog, erschienen im Dumont Verlag.

>> Katalog | Monica Bonvicini | 20 EUR

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