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>> Kilroy was here __________________

17/09/2009

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„GraffitIdentity“: Graffitiworkshop mit Kiddy Citny, Vortrag Andrea Caputo

FranzensFestival | 19. September | Festung Franzensfeste

Graffiti steht heute für den gemeinsamen Nenner verschiedener Lebensstile unterschiedlicher Subkulturen. Doch was für die einen als Ausdruck künstlerischen Schaffens gilt wird von den anderen als Vandalismus verschrien.

An die Wand gemalt wurde schon immer; ob Höhlenmalerei, Wandinschriften an alten antiken Stätten, reich bemalte ägyptische Grabstätten, illustrierende Bildzyklen an Decken und Wänden von Kirchen oder heutige, „moderne“ Graffiti: Die Wand wurde und wird als Kommunikationsforum benutzt – denn Graffiti ist Ausdrucksform.

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Streetart by b.

Bereits seit der französischen Revolution rückten Graffiti immer mehr ins Blickfeld. Die berühmte Wandaufschrift „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ war damals häufig zu sehen. In Frankreich um 1830, vorallem in Paris, nahmen sich Künstler der harten Lebensumstände der „Gamins“ an, Pariser Straßenjungen, deren Markenzeichen das Graffiti war.

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Streetart by b.

“Kilroy was here”

Der berümte Satz und Mythos aller Tagger „Kilroy was here“ verdankt sein Entstehen dem Soldaten James J. Kilroy , einem Schiffsinspektor im 2. Weltkriege, der in der US-Armee das Spiel initiierte, an jedem Platz der Welt direkt bei der Landung der ersten Soldaten die Anwesenheit von Kilroy zu attestieren. “Kilroy was here” ist von Portland bis Berlin, Oklahoma bis Saigon an allen möglichen und unmöglichen Orten gekritzelt und auch heute noch zu finden.

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Streetart by b.

Das zeitgenössiche Graffiti begann 1971 in New York als Demetaki, ein Jugendlicher Postbote aus der 183rd Street seinen Spitznamen „TAKI 183“ an Wände zeichnete. Er veränderte seine „Tags“ immer wieder. So übernahmen auch andere die Idee „Tags“ d.h. Namenskürzel an die Wände zu schreiben zB. JULIO 204. Nach einem Artikel in der NY Times folgten viele Jugendliche diesem Vorbild. Das sog. Taggen war geboren. Auch in vorigen Jahrhunderten benutzten Straßengangs Graffiti als Hoheitszeichen, aber der Times-Artikel machte es möglich, außerhalb der Gang bekannt zu werden.

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Streetart by b.

Die Writer stammten aus Brooklyn, der Bronx und Harlem.1972 entdeckten sie Sprühdosen, die sie für Pieces benutzten. Der erste Spayer soll „SUPER KOOL 223“ gewesen sein. „PHASE II“ führte den Bubble style ein, weiche Buchstabenumrisse. „PRIEST 167“ und „PISTOL I“ benutzten als erste 3D-Effekte. Sie fingen an immer mehr zu sprühen. Es wurde zur Mode und um aufzufallen griff man zur Spraydose, kreierte grössere „Throw ups“ und „Quick pieces“. Dann wurden die Züge der Metro als rollende Wände entdeckt und später die Steeltrains des Fernverkehrs. „FLINT 707“ beeindruckte mit den ersten „Top-to-Bottom“ Subway writings. Mit der Zeit wurden die Schriftzüge mit Figuren (characters) bereichert oder einzelnstehende „Characters“ gesprayt. Die Bekanntesten writer dieser Zeit sind: Crash, Daze, Seen Blade, Rammellzee, Futura 2000.

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Streetart by b.

Für New Yorker Jugendliche war Graffiti Bestandteil ihrer Kultur, eng verbunden mit den musikalischen und tänzerischen Ausdrucksformen des HipHop und Rap, des Breakdance und Electric Boogie.

In Europa gingen Impulse von der Berliner Mauer und der Hausbesetzerszene aus. Zunächst herrschten Sprüche und politische Parolen aller Art vor. Nur vereinzelt tauchten Zeichnungen an den Wänden auf. Das änderte sich schnell, als Dokumentationen wie „Subway Art„, „Wildstyle“ (1983) und Kinofilme wie „Style Wars“ und „Beatstreet“ (1984) nach Europa kamen. So verbreitete sich eine Graffitikultur nach New Yorker Vorbild, was erstmal hieß, daß Style und Bilder einfach kopiert wurden. Inzwischen hat sich weltweit eine gute Mischung der Stilen und Techniken herausgebildet.

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Streetart by b.

„GraffitIdentity“: Graffitiworkshop mit Kiddy Citny

Der Südtiroler Künstlerbund veranstaltet am 19. September einen Graffiti–Day, bei dem ausgehend vom ersten bekannten Tagger im Alpenraum, Joseph Kyselak bis hin zum heutigen Sprayerstar Kiddy Citny, die Vielfalt dieser Ausdrucksform gezeigt, ausprobiert und gelebt werden kann.

Auf dem Programm steht auch die Filmvorführung samt Vortrag über den ersten alpinen Graffiti-Künstler „Kyselak war da!“. Kyselak gilt durch die Hinterlassung seines Namens im öffentlichen Raum als Vorläufer des modernen Taggens, bzw. der Graffiti-Kultur und zog auf seinen Reisen Anfang des 19. Jahrhunderts durch die altösterreichischen Gebiete und Landstriche.

Graffitiworkshop mit Kiddy Citny:

Kiddy Citny verlieh mit seinen Herzgesichtern und gekrönten Häuptern in den 80er Jahren der Berliner Mauer ein fröhliches Gesicht. Nach der Wende wurden diese zum Inbegriff für Freiheit. Kiddys Arbeiten befinden sich heute u. a. im MoMA in New York, vor dem UN-Hauptquartier in New York und am Potzdamer Platz in Berlin.

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Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte können sich im Südtiroler Künstlerbund per E-Mail an info@kuenstlerbund.org oder per Telefon (0471/977037) melden.

FranzensFestival Line-Up

* 14.00 – 14.30 Uhr: IntoXication
* 15.00 – 15.30 Uhr: Prehate
* 16.00 – 16.30 Uhr: Parasit
* 17.00 – 17.30 Uhr: John’s Revolution
* 18.00 – 18.45 Uhr: The Santa Claus Revival
* 19.15 – 20.00 Uhr: Stanton
* 20.30 – 21.15 Uhr: The Boots
* 21.45 – 22.45 Uhr: The Glamour Street
* 23.14 – 00.15 Uhr: Sisyphos

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