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>> Das Reich der Titanen_____________

24/08/2009

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Die Rotwand | Foto by Marion Lafogler

„Monti pallidi“ – die bleichen Berge

Ein Prinz aus den Bergen hatte sich in die Tochter des Mondes verliebt und sie sich in ihn. Die beiden heirateten und sie kam zu ihm in sein Reich, um bei ihm zu leben. Doch bald schon vermisste die frischgebackene Prinzessin ihr strahlendes Zuhause und der Prinz war so geblendet von ihrer leuchtenden Erscheinung, dass er fürchtete, sein Augenlicht zu verlieren. So ging die Mondtochter zurück in ihr Reich und sie nahm alles Glück mit sich. Der Prinz wusste keinen Rat, doch dann kam der König der Zwerge zu ihm und bot ihm einen Handel an: Die Zwerge sollten fortan in den Wäldern des Prinzen wohnen dürfen. Im Gegenzug würden sie die Gipfel der Berge in hellem Glanz erstrahlen lassen. Der Prinz willigte ein. Und als die Tochter des Mondes die Berge in ihrem bleichen Licht leuchten sah, da kam sie zurück zu ihrem Gemahl.  Als die Tochter des Mondes diesmal auf die Erde kam, sah sie die schimmernden Wände, die weißen Türme und silbernen Grate und all die Helligkeit überm Gebirge. Nein, nun brauchte sie nie wieder Furcht zu haben und Heimweh nach dem weißen Licht des Mondes. Sie herrschten lange und glücklich im Lande der bleichen Berge. Sie blieb für immer und mit ihr das Glück. Freilich, in späteren Zeiten zerfiel das Reich, wie alles auf Erden einmal zerfällt. Aber die bleichen Berge blieben und man nannte sie Dolomiten. [ >>ungekürzt]

Die Dolomiten – UNESCO World Hertitage

Im Rahmen eines Staatsakts in Auronzo mit Staatspräsident Giorgio Napolitano wird den Dolomiten am 25. August offiziell das Prädikat eines Weltnaturerbes der UNESCO verliehen. Mit dem Treffen der 5 norditalienischen ProvinzTitanen wird die Schlacht um den begehrten Hauptsitz wohl endgültig eröffnet: Der Südtiroler Landeshauptmann Luis Durnwalder kündigte bereits an, dass er in Auronzo offiziell die Kandidatur der Stadt Bozen als Sitz der Stiftung einreichen werde. Die Idee für die Eintragung der Dolomiten  als UNESCO Weltnaturerbe wurde von Reinhold Messner vor 15 Jahren geboren. Die Kandidatur der Dolomiten sei damals in Rom vorgelegt  worden, sie ging aber nicht durch. “Vielleicht auch weil unsere  Lokalpolitiker nicht alle davon überzeugt waren“, so  Messner.

>> Dolomites [Film | ca.10min]

>> Die Nominierung der Dolomiten | Äußerst informatives Dokument in voller Länge und in allen Details als pdf [ 340.mb | eng]

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"Les plus belles constructions de monde" [Le Corbusier]

Spätestens seit der erfolgreichen UNESCO-Bewerbung und der nun folgenden Eintragung in die World Hertitage Liste [interaktive Weltkarte] schmückt so ziemlich jede betroffene Gemeinde ihr Tourismusportal und Werbeprospekt mit dem Zitat des wichtigsten Baumeisters der Moderne, Le Corbusier: Nach ihm sind „die Dolomiten das schönste architektonische Kunstwerk der Welt”.  Deutschland, Frankreich, Schweiz, Belgien, Japan und Argentinien haben zeitgleich als Gruppennominierung das Lebenswerk des zitierten Architekten Le Corbusier als Welterbe der UNESCO vorgeschlagen – ein Schelm der bezweifelt, daß umgekehrt nicht ebenso respektvoll anerkennende und schmeichelnde Worte gefunden worden wären, … „Architekt der schönsten Betonlandschaften der Welt“?

mehr zur „Architektur“ der Dolomiten:

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Charakteristisch für die Dolomiten: der abrupte Wechsel zwischen den sanft gewellten Almen und den darauf sitzenden steilen Riffen aus Kalkstein. Die Riffe ragen zum Teil bis in eine Höhe von etwa 3.000 bis 3.200 m. Interessant ist hierbei eine deutliche Terrassierung bei ca. 2300 m (Schlern) und 2800 m (Sella-Massiv). Auch Fanes-Alpe oder die Gardenaccia-Crespaina-Hochfläche zählen zu diesen Terrassen. Im Kontrast dazu stehen die stark zerklüfteten Massive wie etwa Langkofel, Sextener Dolomiten und Rosengarten.

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Ursachen dieser unterschiedlichen Erscheinungsformen sind u. a. der stark gegliederte Schichtaufbau (gut zu sehen an der Rosengarten-Westflanke), die abwechselnde Hebung und Senkung ganzer Gesteinsblöcke mit unterschiedlichen Überflutungsphasen (sichtbar z. B. am Sellastock) sowie das Aufbrechen der geschlossenen Formationen durch Magmagänge.

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Das Gebirge besteht zu großen Teilen aus Sedimentgestein, das deutlich typische Schichtungen aufweist. Dazwischen findet man auch Lagen aus versteinerten Korallenriffen, die in der absinkenden Tethys der unteren Trias gewachsen waren. Dieses Gestein wird als Dolomit bezeichnet, dabei wird zwischen verschiedenen Gesteinssorten wie beispielsweise Schlerndolomit und auflagerndem Hauptdolomit differenziert.

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Auch vulkanische Spuren lassen sich entdecken: So findet man z. B. im Latemar tiefe Einschnitte in den Hauptkamm – nur wenige Meter breit, aber bis zu 200 Meter tief –, an deren Grund dunkles und kissenartig abgerundetes Lavagestein zutage tritt. Der kleine Padonkamm zwischen Sella und Marmolada besteht zur Gänze aus Lavagestein.

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Da die erkaltete Lava wesentlich weicher ist als das umgebende Kalkgestein, sind diese Gebiete stärker verwittert und weniger hoch. Sie bildet oft das Grundgestein der weiten Almen in den Dolomiten und ist zum Teil auch verantwortlich für die wilde Zerklüftung mancher Massive (etwa des Latemar).

Der Name der Dolomiten wie auch des Dolomitgesteins leitet sich von dem französischen Geologen Déodat de Dolomieu (1750–1801) ab. Bevor dieser das Dolomitgestein beschrieben hat, war die Bezeichnung „Monti pallidi“ (bleiche Berge) verbreitet (siehe Sage am Anfang des Artikels). Dolomieu sandte das Gestein an den Chemiker, Botaniker und Geologen Nicholas de Saussure. Dieser bestätigte den Fund als bisher unbekanntes Mineral und katalogisierte es unter dem Namen Dolomite, zu Ehren Dolomieus. Den Felsen, dem es entnommen worden war, gab er den Namen Dolomia. Doch erst um das Jahr 1864 gelangte der Name Dolomiten in den allgemeinen Sprachgebrauch für das Gebirge, das zu grossen Teilen aus Dolomit besteht.

die Kriterien die die Dolomiten laut UNESCO Katalog erfüllen:

§ VII: To contain superlative natural phenomena or areas of exceptional natural beauty and aesthetic importance.

§ VIII: To be outstanding examples representing major stages of earth’s history, including the record of life, significant on-going geological processes in the development of landforms, or significant geomorphic or physiographic features

Offizielle World Heritage List für Google Earth, benötigt Google Earth

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