>>Klima Hotel, Urlaub mit gutem Gewissen

Modellfoto der "Klima" Hotelanlage von Matteo Thun
KlimaHotel | ein neues Gütesiegel für nachhaltige Hotels
Das Hotel von Matteo Thun ist vorerst nur eine von mehreren Studien zur Akte „KlimaHotel“. Das Pilotprojekt fokussiert in seinen Bestrebungen auf den von der Klimahaus Agentur definierten 3 Säulen des Zertifizierungskataloges des neuen Labels „KlimaHotel“.
Eingegraben und in leichter Hanglage nutzen die 11 Wohneinheiten, sprich Hotelzimmer, die isolierende Wirkung der Erdschicht die sie bedeckt zur Klimaregulierung – sowohl in den Sommermonaten, als auch im Winter.

Die intensive Dachbegrünung sorgt weiters für einen ungestörten Oberflächenwasserhaushalt. Wasser ist eine kostbare Ressource welche in diesem Fall nicht nur geschützt sondern auch genutzt wird. Die am Bauplatz gelegene Ganzjahresquelle mit konstanter Wassertemperatur soll mit einer Wärmepumpe gekoppelt werden und zum Energielieferanten für die Niedertemperaturheizung der einzelnen Einheiten werden.
Dem Gedanken der Nachhaltigkeit wird mit der Vermeidung von Sandwichbauweisen Rechnung getragen. Alle Bauteile sollen zu jeder Zeit demontierbar und individuell recyclebar sein. Mal abgesehen von der Frage der Energieeffizienz, Klimahaus Klasse B ist wohl eher als Aufforderung zum besser machen zu verstehen, bleibt noch das Thema der Zersiedelung und die nicht gerade nachhaltige Nutzung der Ressouce Boden.

>> mehr Bilder zum Projekt hier
Das KlimaHotel Gütesiegel soll den Investoren, so die KlimaHaus Agentur, bereits in der Planung eine Orientierung für die Leistungsziele eines Gebäudes geben, die bei der Fertigstellung erreicht werden sollen. Gleichzeitig hilft es, den Energieverbrauch und die Kosten in der Nutzungsphase zu reduzieren. Die Auszeichnung ermöglicht dem Unternehmen den Gästen die Qualitätskriterien und den praktizierten Umwelt- und Klimaschutz glaubwürdig zu vermitteln.
Das erste „Klimahotel“ wurde übrigens bereits prämiert: das „Bio Vital Hotel – Theiners Garten“
Der in Gargazon ressortartig, isoliert gelegene Hotelkomplex „Theiners Garten“ steht baulich allerdings unübersehbar im krassen Gegensatz zur kleingliedrigen Dorfstruktur, „Nachhaltigkeit“ und auch die vielgepriesene „Autentizität“ wirken über den Gartenzaun hinaus und könnten – oder sollten, im Idealfall zumindest, die Umgebung bereichern. Nachhaltigkeit hat nicht zuletzt mit Angemessenheit zu tun, darum müssen auch Urbanistik und die Raumplanung als strategisches Entwicklungsinstrumente einen Platz in der Bewertung, Auszeichnung und Prämierung von „Nachhaltigen“ Bauten der Tourismusindustrie finden. Oder anders gefragt: ist Nachhaltigkeit ein Versprechen an die Zukunft oder doch nur ein weiteres Marketing Label für den (Hotel-) Prospekt?
Die Bewertungsbereiche im Detail:
Bewertungsbereich ´Natur´ (50 KlimaHotel-Punkte)

In dieser Kategorie werden die Leistungen des Betriebes im Bereich Klima(schutz) geprüft, vor allem im Bezug auf die Energieeffizienz der Gebäudehülle und die Gesamtenergieeffizienz des Gebäudes nach KlimaHaus Standard B (Bewertungselement ´Energie´), sowie hinsichtlich der Umweltverträglichkeit der verwendeten Baumaterialien nach KlimaHausStandard ´nature´ (Bewertungselement ´Materie´). Zudem werden, im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes, im Bewertungsbereich ´Ressourcen´ der Umgang des Betriebes mit den Ressourcen ´Wasser´ und ´Erde´ beurteilt. Bei ´Erde´ handelt es sich in diesem Zusammenhang um materielle Stoffflüsse – bewertet werden hierbei beispielsweise das Verursachen sowie das Entsorgen von Abfällen. Auch die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele im Bereich „Verkehr und der Mobilität“ für Gäste und Mitarbeiter des Betriebes spielen eine Rolle, wie etwa die Erreichbarkeit des Hotels mit öffentlichen Verkehrsmitteln.
Bewertungsbereich ´Leben´ (30 KlimaHotel-Punkte)
Im Fokus dieser Kategorie steht die Handhabung des Betriebes bezüglich der Förderung des ´Wohlbefindens´ des Gastes (Bewertungselement ´Mensch´), und zwar mittels der Bewertung des Komforts, der Barrierefreiheit und der gebotenen Sicherheit in allen Lebenslagen. Das Bewertungselement `Umwelt´ hingegen testet die Qualität des Innen- und Lebensraumes, sowie der Landschaft – Merkmale, die allgemein das Wohlbefinden des Gastes positiv beeinflussen.
Das Bewertungskriterium ´Kultur´ befasst sich mit den entsprechenden Maßnahmen zur Stärkung der Authentizität und der Verwendung lokaler Produkte, sowie mit der Einbindung und Vermittlung lokaler Traditionen und Kultur. Bei diesem Anstoß zur Nutzung lokaler Ressourcen kommt das Schlagwort Re-Regionalisierung“ zum Tragen. Ein weiteres wichtiges Bewertungselement stellt der Innovationsgrad dar, der sich an verschiedenen Indikatoren orientiert.
Bespiele sind das Vermeiden von kurzfristigen saisonalen Spitzen aufgrund eines auf spezifische Zielgruppen ausgerichteten Angebotes, oder die Sensibilisierung und Kommunikation von Nachhaltigkeitszielen, die mittels der KlimaHotelzertifizierung erlangt wurden.
Bewertungsbereich ´Transparenz´ (20 KlimaHotel-Punkte)
Was beeinflusst die Nachhaltigkeit von Investitionen in einem Hotelbetrieb? Die Antwort lautet ´Kosten´ und ´Qualität´. Der Kriterienkatalog ´Transparenz´ zielt in beiden Bewertungsbereichen auf eine umfassende Datenerhebung anhand der aufgestellten Kriterien ab, die den Bauherren als nützliche Planungshilfe dienen kann. Wichtig: Inhalt der Bewertung ist die Auseinandersetzung mit den Kriterien und nicht das individuelle ökonomische Ergebnis des einzelnen Betriebes.
Zum einen soll die Auseinandersetzung des Hoteliers/Bauherren/Investors mit dem aufgestellten Fragenkatalog diesem Auskunft über die „direkte“ Nachhaltigkeit der eingesetzten Mittel geben. So geht es bei den Bewertungselementen ´Konstruktion´ und ´Unterhalt´ um die Kontrolle und Transparenz der Investitionskosten und die anschließende Datensicherheit und um die Beurteilung der Betriebskosten schon in der Planungsphase.
Zum anderen werden aber auch indirekte Faktoren abgehandelt, wie beispielsweise Fragen nach der Langlebigkeit der Konstruktion oder nach der Organisation der geplanten betriebsinternen Abläufe (Bewertungselemente ´Langlebigkeit´ und ´Prozesse´).












