>> Hochstapler _____________________
1958 wurde das 5geschossige Châlet "La Tour" von den Brüdern Follonier erbaut
Hochhaus aus Holz | der LifeCycle Tower
Vorarlberg ist Pionier im modernen Holzbau und wird international einmal mehr als Modellregion für energieeffizientes Bauen, hochwertige Architektur und Holzbaukunst wahrgenommen:
Beim erstmals abgehaltenen World Resources Forum in Davos wurde ein 20-stöckiges Hochhaus komplett aus Holz vorgestellt. Entwickelt wurde es in Vorarlberg. Der Bauunternehmer Hubert Rhomberg, dessen Firma mit der Umsetzung des Kunsthauses Bregenz betraut war, will das erste Hochhaus aus nachwachsenden Rohstoffen errichten. Das hat einerseits ökonomischen Nutzen, schließlich soll das Ganze in einem Systembau massentauglich werden. Aktuell gelten das im Mai 2008 von Kaden|Klingbeil Architekten fertiggestellte Haus “E_3” im Berliner Prenzlauer Berg mit sieben Stöcken und 22 Metern Höhe und das Appartmentgebäude Murray Grove von Waugh Thistleton Architects in London als die höchsten Holzhäuser der Welt.
LifeCycle Tower | Rendering
Das Gebäude ist zwar keine wirkliche Schönheit, beachtenswert scheinen jedoch die ökologischen Dimensionen: Das 20-stöckige Hochhaus würde statt 90.000 nur 50.000 Tonnen CO2 emittieren. Das könnte für potentielle Investoren interessant sein, die die verbleibenden CO2-Zertifikate binden könnten. Der ökologische Fußabdruck eines Holzhochhauses wäre jedenfalls deutlich kleiner als jener eines gewöhnlichen mehrstöckigen Hauses. Von der Planung über die Nutzung bis zum Recycling werden die Vorgänge auf ihre Nachhaltigkeit überprüft, damit im Lebenszyklus des Hochhauses möglichst wenig Energie aufgewendet werden muss.
Bauen wie Lego
Die Bauweise eines Holzhochhauses ist einfach. Jeden Tag wächst der “Life Cycle Tower” um ein Stockwerk. Die Module sind ähnlich wie bei Lego-Bausteinen aufeinander schachtelbar. Es entsteht praktisch kein Abfall beim Aufbau des Hauses. Normalerweise fallen bei einer Baustelle 20 bis 30 Prozent Schutt an. Das beschleunigt nicht nur die Arbeit am Bau, sondern trägt zu höherer Ressourceneffizienz und schließlich zu einem kleineren ökologischen Fußbadruck bei.

Ein Problem bei der Holzbauweise etwa im urbanen Raum könnte höhere Brandgefahr sein. Rhomberg entkräftet das Argument damit, dass Holz bei Brand bloß 20 Millimeter pro Stunde an Stärke verliere und die Holzsäule auch bei Vollbrand immer zu 100 Prozent trage.
Ökologisch, aber kein Passivhausstandard
Das Hochhaus könne zwar Passivhausstandard erreichen, aber auch hier werde ein neuer Ansatz überlegt: Schließlich sei der Energieaufwand bei der Produktion von Passivhäusern deutlich höher. Unter Umständen zeigt sich in dem Lebenszyklus eines Hauses, dass ein Plusenergiehaus insgesamt mehr Ressourcen einspart als ein Passivhaus.











